Frühjahrskonzert - 25.04.2010

Bewegende Verabschiedung nach 35 Jahren Dirigent


Ein begeisterndes Frühjahrskonzert bot der Musikverein am Sonntag, den 25. April, in der Stadthalle. Dabei war die Musik in diesem Jahr jedoch eher zweitrangig. Den Höhepunkt des Konzertes bildete nämlich die Dirigentenverabschiedung mit Taktstockübergabe. Die erste Vorsitzende Bianca Tagscherer freute sich daher umso mehr, die Stadthalle fast bis auf den letzten Platz besetzt zu sehen. „Dies spiegelt die Wertschätzung ihrerseits unserem Konzert und auch unserem Dirigenten Heinrich Götz wieder.“
Eröffnet wurde das Konzert treffenderweise mit dem „Jubiläumsmarsch“. Treffend, da gleich zwei Jubiläen an diesem Tag zu feiern waren, das 25. Frühjahrskonzert und die 35- jährige Dirigententätigkeit von Herrn Götz. Treffend auch, da dieser Marsch anlässlich dessen 50-jähriger Mitgliedschaft komponiert wurde und zwar von keinem Geringeren als Thomas Karl Ecker, dem künftigen Dirigenten des Musikvereins.

Das abwechslungsreiche und unterhaltsame Programm war in diesem Jahr in erster Linie aus den Highlights der vergangenen Konzerte zusammengestellt. So konnten sich die Zuhörer zunächst mit "Orpheus" in die Unterwelt begeben um sich nach der Pause in die Weiten der schottischen Hochebenen mit „Highland Cathedral“ zu träumen. Das Konzert beinhaltete mit den Stücken „Interplay for Band“, „Hava Nagila“ und „Der Kurier des Zaren“ auch Werke der Gastdirigenten Ted Huggens, Ernest Majo und Franz Watz, die die ersten drei Frühjahrskonzerte unterstützten. Bevor es mit der Dirigentenverabschiedung ernst wurde, hieß es erst noch „let the tubas swing“, wobei das Tubaregister mit Unterstützung der Posaunen entgegen ihrer sonst eher behäbigen Begleitung mit Eleganz und Leichtigkeit glänzte. Traditionell wurde es anschließend mit der „Gabi Polka“, die so gut beim Publikum ankam, dass sie gleich noch einmal gefordert wurde.


In ihrer Rede betonte Bianca Tagscherer noch einmal die besonderen Verdienste von Heinrich Götz, besonders seine Zuverlässigkeit und Korrektheit. Bis auf sage und schreibe fünf Musiker auf der Bühne seien alle von Götz ausgebildet worden. Diese Verdienste verlangen nach einer besonderen Würdigung. Die Vorstandschaft hat sich deshalb dazu entschlossen Heinrich Götz zum Ehrendirigenten zu ernennen. Hierzu bekam er eine offizielle Urkunde überreicht. Auch der Balsmusikverband ließ es sich nicht nehmen in Person des Kreisdirigenten Dennis Nussbeutel zu gratulieren. Dieser ehrte Götz mit der Dirigentennadel in Diamant mit Ehrenbrief und der Erich-Ganzenmüller-Medaille in Bronze mit Urkunde und Reverszeichen.
„Der Götze Heini ist eine Waibstadter Institution. Nur Leute vom alten Schlag können solche Leistungen vollbringen“, bemerkte Bürgermeister Locher in seiner Rede. Er bedankte sich auch für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und verwies auf den neu eingeführten Ehrentag am 2.Oktober an dem Bürger mit besonderem Engagement für das Ehrenamt ausgezeichnet werden sollen.

Die Kapelle machte anschließend ihrem Dirigenten ein ganz besonderes Geschenk. Da von Götz ausdrücklich nichts Großes gewünscht war schenkten ihm die Musiker sechs symbolische Kleinigkeiten, jeweils in einem kurzen Reim erklärt, die ihn charakterisieren sollten. Sichtlich ergriffen von den Ereignissen stellte Götz in seiner Rede die Höhen und Tiefen des Dirigentendaseins dar. Er verwies auf zwei Kritikspiele mit völlig verschiedenen Wertungen, die ihn auf den Boden der Tatsachen stellten. Als Höhepunkte seiner Laufbahn beschrieb er das 900- jährige Jubiläum von Reichartshausen und die 1200- Jahrfeier in Waibstadt bei denen er eine Vielzahl an Musikern aus unterschiedlichen Vereinen dirigieren durfte. Er habe immer bei der Ausbildung der Musiker darauf geachtet das Orchester ausgewogen besetzt zu sehen. Besonders stolz sei er auf vier Musiker, die nach seiner Ausbildung den Weg in die Profimusik eingeschlagen haben. Er bedankte sich auch bei der Stadt Waibstadt, mit der es in all den Jahren immer eine gute Zusammenarbeit gab. Am Ende dankte er den Musikern, dem Publikum, allen Helfern an den Festen und vor allem seiner Familie und seiner Frau Helga. Seinem Nachfolger wünschte er alles erdenklich Gute und dass er immer den richtigen Ton trifft. Thomas Karl Ecker bedankte sich bei den Musikern und der Vorstandschaft für deren Vertrauen und bei seiner Familie für die große Unterstützung.


Als Abschluss des Konzertes spielte das Orchester den Traditionsmarsch „Alte Kameraden“ unter der Leitung von Thomas Karl Ecker für seinen ehemaligen Dirigenten Heinrich Götz. Als letzte Zugabe und somit letztes Stück seiner 35- jährigen Dirigentenkarriere ließ Heinrich Götz noch einmal den „Böhmischen Traum“ erklingen.

 

Text: Jennifer Götz

 

Jubiläumskonzert mit Abschied


Ein in zweierlei Hinsicht ganz besonderes Frühjahrskonzert veranstaltet der Musikverein Waibstadt am 25. April ab 17.30 Uhr in der Stadthalle. Zum einen wird es das 25. Konzert dieser Art sein, zum anderen auch das letzte unter der Leitung von Dirigent Heinrich Götz.

Als im Jahre 1986 das erste Konzert, mit Unterstützung des holländischen Komponisten Ted Huggens, stattfand, hätte man wohl kaum mit einem Erfolg wie diesem gerechnet. In den Folgejahren konnte man die Komponisten Ernest Majo und Franz Watz als Gastdirigenten gewinnen, bevor Heinrich Götz bis heute die alleinige Leitung übernahm. Er war einst der Ideengeber dieser Veranstaltung, die seither ein fester kultureller Bestandteil in Waibstadt ist, und bestimmt mit seinem überaus großen Engagement für den Verein die musikalische Richtung seit nunmehr 35 Jahren mit über 1500 Einsätzen als Dirigent. Zudem betreute er lange Zeit die Jugendausbildung und gründete 1975 ein Jugendorchester. Auch in der Vorstandschaft übernahm er für insgesamt 14 Jahre als erster Vorstand Verantwortung.

Nach der Übergabe des Jugendleiteramtes an Michael Tschimmel und des Vorsitzes an Bianca Tagscherer in den Jahren 2001 und 2003, steht nun mit diesem 25. Konzert für Heinrich Götz der Abschied vom Dirigentenstab und eine Rückkehr in das Orchester an.

Dabei wird dieses Konzert mit den Stücken „Interplay for Band“, „Hava Nagila“ und „Der Kurier des Zaren“ noch einmal an die drei Gastdirigenten erinnern. Des Weiteren wird der Verein eine Auswahl an bekannten und beliebten Werken aus seinem Repertoire zum Besten geben.

Die Karten sind für 5,- Euro im Vorverkauf beim Musikhaus Götz und allen aktiven Musikern erhältlich.